Große Erste Lage: Binger Scharlachberg, Rhein

Die Frankfurter Allgemeine Zeitung erinnert in ihrem Bericht über die Große Erste Lage Binger Scharlachberg vom 19. März 2001 an die Wertschätzung, die diese Lage seit der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts genossen hat. Johann Philipp Bronner beginnt in seinem 1834 erschienenen Buch über den "Weinbau in der Provinz Rheinhessen, im Nahethal und Moselthal" mit einem Superlativ für den dort erzeugten Wein: " Dieser Scharlachberg, etwa 250 Fuß hoch, mit Reben bepflanzt, der das edelste Produkt an der ganzen Nahe liefert, hat eine südwestliche Exposition, und an der eben berührten äußersten Grenze der Felswand eine Abdachung von 36 Graden. Von hier aus wird derselbe aber immer niederer und flacher, so daß er am Ende nur noch ein Viertel seiner ersten Höhe, und eine Abdachung unter 10 Grade hat. Die beste Weinlage des Scharlachbergs ist die, wo ein röthlicher Tonschiefer vorherrscht, wo die stärkste Abdachung ist, die sich in eine Menge Terassen theilt, und eine muldenförmige Einbiegung hat, die vor allen Winden geschützt hat".

Das Weingut besitzt in der Kernlage des Scharlachberges über 1 Hektar mit annähernd 40 Jahre alten Rieslingreben. Bei rund 30 % Steigung, reiner Südlage auf Böden aus Quarzit, zum Teil Schiefer und in den oberen Bereichen Rotliegendem wachsen hier Weine mit großem Potential. Die Lage Scharlachberg erklärt ihren Namen aus der rötlichen Farbe des eisenhaltigen Bodens (Scharlach-Scharlachrot). Aufschlußreich ist in diesem Zusammenhang die Verordnung des Stephansstiftes über den Weinbau im Scharlachberg (um das Jahr 1700) in dem es heißt, dass im Scharlachberg nur Riesling gepflanzt werden soll.

Weitere beste Lagen, in denen das Weingut P.A. Ohler Besitz hat, sind der Binger Schloßberg Schwätzerchen am Rhein und der Münsterer Dautenpflänzer an der Nahe.

Das Weingut besitzt insgesamt 6 Hektar in den Gemarkungen Bingen, Bingen-Büdesheim, Münster-Sarmsheim und Ockenheim. Es werden zu 43 % Steillagen, zu 49 % Hang- und zu 8 % Flachlagen bewirtschaftet. Der Rebsortenspiegel gliedert sich auf in 40 % Riesling, 15 % Weiss- und Grauburgunder, 9 % Spätburgunder, 6 % Scheurebe, 4 % Silvaner und in sonstige Rebsorten wie Kerner, Rivaner und Gewürztraminer.

Alle Aussenarbeiten, wie Stockarbeiten, Rebschnitt, Ausdünnen und Lese werden manuell ausgeführt. Geringer Anschnitt, sorgfältigste Laubarbeit und das Ausdünnen von Trauben sind selbstverständliche Bestandteile der Weinbauphilosophie.

Die Vorklärung der Moste (ca. 10 Stunden) durch Absetzenlassen, die gleichmäßige kühle Gärung in den 1877 erbauten, etwa 5 Meter hohen Gewölbekellern und die Vergärung mit natürlichen Hefen in Edelstahl und Holzfässern sind Grundlagen des Weinausbaues.